Geschichte der Klinik Schlosstal

"Werbeplakat" der Beuggerschen Spinnerei um 1855

Bis 1888 hat Johannes Beugger jun. in den Räumen der ehemaligen Spinnerei Maschinenteile für die Eisenbahn- und Veloindustrie konstruiert.

 

Das Veloziped, eine Erfindung der Beuggers, wurde in den Gebäuden der heutigen Klinik Schlosstal konstruiert.

Johannes Beugger - Gründer der Spinnerei Wülfingen 1778 - 1852

In den Jahren 1818 – 1826
wurde der Altbau der heutigen Klinik Schlosstal in Wülflingen mit den beiden Seitenflügeln vom Industriellen Johannes Beugger erstellt.

Bis 1871
wurde das Gebäude als Spinnerei und Stickerei genutzt. 1833 ist Johannes Beugger mit einem Steuerbetrag von 187 Franken der grösste Steuerzahler der Gemeinde Wülflingen. 1855 bestand die Belegschaft in der Spinnerei aus 21 Knaben und 20 Mädchen unter 16 Jahren, 29 Männern und 35 Frauen sowie aus 5 Mechanikern. Der Tageslohn einer Spinnerin betrug 75 Rappen, der eines Kindes 40 Rappen. Ein Arbeitstag dauerte 13,5 Stunden. Der Beginn der Mechanisierung stürzte das Spinnereigewerbe in die Krise.

Johannes Beugger - Sohn 1820 - 1899

Nach dem Tod von Johannes Beugger sen. übernahm dessen Sohn, Johannes Beugger jun. das Gewerbe.

1888
mussten die Industriellen gezeichnet durch die damalige Wirtschaftskrise den Konkurs anmelden. Der Staat Zürich übernahm die Liegenschaft und liess zuerst Wohnungen einrichten.

1892
teilte die Direktion der öffentlichen Arbeiten dem Gemeinderat Wülflingen mit, dass die ehemalige Spinnerei zur Pflege- und Versorgungsanstalt umfunktioniert werde. Die Stimmbürger des Kantons Zürich bewilligten einen Kredit von 610 000 Franken.

1894
kamen die ersten 74 Patienten nach Wülflingen. Ende des Jahres zählte die „Kantonale Pflegeanstalt“ bereits 238 Patientinnen und Patienten. Im Volksmund spricht man noch lange von der „Anstalt“.

1955
zählte die Pflegeanstalt 310 Betten

1965
wurde der Betrieb in „Kantonales Krankenheim Wülflingen (KHW)“ umbenannt.

1974
begannen die Arbeiten für einen Erweiterungsbau. Die Stimmbürger hatten hierfür einen Kredit von 27 180 000 Franken bewilligt. Die Erweiterung diente zur Aufnahme von weitern Betten, der Aktivierungstherapie, Wäscherei, Glätterei und einer Werkstatt sowie einer Cafeteria und eines grossen Unterhaltungssaals. 1978 wurde der Betrieb im Erweiterungsbau aufgenommen.

Bis Ende der 1990-er
Jahre weisen immer mehr Bewohnerinnen und Bewohner nicht nur körperliche sondern auch psychische Krankheiten auf.

1998
verabschiedet der Zürcher Regierungsrat ein neues Psychiatriekonzept, das auf einer integrierten und vernetzten Psychiatrie basiert. Winterthur wird Modellregion für die Reorganisation. Das Krankenheim in Wülflingen wird zu einer psychiatrischen Klinik umfunktioniert.

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