Psychotherapiestation für Jugendliche

Behandlungsangebote

An wen richtet sich unser Angebot?

Unser Angebot richtet sich an Jugendliche beiden Geschlechts im Alter von 14. bis zum vollendeten 18. Lebensjahr mit psychischen Erkrankungen, die einen stationären Aufenthalt erfordert. Dies sind zum Beispiel:

  • Depressive Erkrankungen, Angst- und Zwangsstörungen
  • Traumatisierungen
  • Genderproblematik, Coming out, Identitätsuche
  • Beziehungs- und Interaktionsgestaltung
  • Ablösungsprobleme
  • Selbstbewusstsein und Selbstwert
  • Umgang mit Gefühlen, Impulsen und starker innerer Anspannung
  • bevorzugt nehmen wir volksschulpflichtige Jugendliche aus dem Versorgungsgebiet Winterthur/Zürcher Unterland auf

Unser Angebot ist NICHT geeignet für:

  • Akute Selbst- und Fremdgefährdung
  • Primäre Suchterkrankungen
  • Schwere dissoziale Persönlichkeitsentwicklungsstörungen
  • Schwere Intelligenzminderung
  • Überwachungsbedürftige schwere organische Begleiterkrankungen
  • Schwere frühkindliche autistische Störungen
  • Jugendliche, die keinen festen Wohnsitz haben oder deren Tagesstruktur fehlt

Was wir im Einzelnen bieten

  • Psychotherapie: je nach Indikation Einzel-, Gruppen- und Familientherapie
  • Ergo-/Kunsttherapie
  • Physio-/Bewegungstherapie
  • Milieutherapie und Bezugspersonenarbeit
  • Erlernen und Üben alltagspraktischer Fähigkeiten (Einkaufen, Kochen, Waschen, Ordnung halten, etc.)
  • Sozialdienst-Begleitung mit Koordination & Kontakt zu externen Einrichtungen und Beratung bzgl. Schule, Beruf und etwaige Wohn- und Betreuungsfragen
  • Freizeitgestaltung mit Schwerpunkten auf Sport und Kreativität
  • Falls erforderlich, individuelle, altersgerechte und störungsspezifische Pharmakotherapie (Therapie durch Medikamente)
  • Schulunterricht im Rahmen der eigenen Spitalschule

Psychotherapie

Foto: Wolfgang Sträuli

Psychotherapie wird sowohl als Einzel-, Gruppen- wie auch Familientherapie angeboten. Dabei arbeiten wir mit verhaltenstherapeutischen, tiefenpsychologischen und systemischen Therapiemethoden welche wir integrativ mit ganzheitlichem Ansatz nutzen.

Die Einzeltherapien sind individuell sehr verschieden. In der Behandlung unterscheiden wir zwischen einer kurzen Diagnostikphase und einer klaren Behandlungs- sowie anschliessenden Austrittsphase. Je nach Bedürfnis des Jugandlichen sind die Einzelgespräche spezifisch auf die Störung des Patienten und auf dessen Phase im Prozess ausgerichtet.

In den verschiedenen Gruppentherapien bearbeiten die Jugendlichen miteinander ihre Themen. Die Station bietet eine DBT orientierte Stresstoleranzgruppe (Dialektisch Behaviorale Therapie) zum besseren Umgang mit ausgeprägten Spannungszuständen und Slebstverletzungen sowie Selbstmanagementgruppen an.  Je nach Patientenkonstellation werden auch geschlechterspezifische Gruppen, Entspannungs- oder Psychoedukationsgruppen (Information und Aufklärung über psychiatrische Krankheitsbilder) stattfinden.

Regelmässige Familiengespräche sind integraler Bestandteil der Therapie. Sie sollen helfen, die Umstände, die zur Einweisung führten, besser zu verstehen und mit der Situation besser umzugehen.

Dabei sind Eltern wichtige Garanten und Wegbegleiter, wenn es darum geht, dem Jugendlichen einen nächsten Entwicklungsschritt in Richtung Selbständigkeit zu ermöglichen. 

Ein Grundpfeiler der allgemeinen Behandlungsdurchführung ist eine starke Abstimmung zwischen allen Berufsdisziplinen in unserem Kernteam.

Milieuarbeit

Milieutherapeutisches Arbeiten bedeutet, mit den Jugendlichen Prinzipien der Partizipation, der offenen Kommunikation und des sozialen Lernens und des Lebens in der Gemeinschaft zu erarbeiten und einzusetzen.

Neben den Erfordernissen einer psychiatrischen Behandlungsstation sind wir bestrebt, das Stationsmilieu (Stationsumgebung) möglichst lebens- und alltagsnah zu gestalten. Die Pflegefachleute und Sozialpädagogen beraten und unterstützen die Jugendlichen in den sich ergebenden Herausforderungen rund um die Uhr. Sie stehen für die Einhaltung von Verbindlichkeit und Struktur und leiten zur aktiven Problemlösung an.

Gezielte Unterstützung in der Umsetzung individueller Ziele, Einhaltung eines strukturierten Tagesablaufs und sozialer Regeln, Teilnahme an Gruppenaktivitäten, Übernahme von "Ämtli" und gemeinsam positive Erlebnisse zu schaffen, sind integraler Bestandteil dieser Arbeit.