Akutstation für Jugendliche (Adoleszentenstation)

Behandlungsangebote

An wen richtet sich unser Angebot?

Unser Angebot richtet sich Mädchen und Jungen im Alter von 14. bis zum vollendeten 17. Lebensjahr mit Problemen, die nicht ambulant oder teilstationär behandelt werden konnten oder bei denen die Komplexität der Störung einen stationären Aufenthalt erfordert. Zum Beispiel:

  • Krisen mit akuter Selbst- und Fremdgefährdung
  • Komplexe Verhaltens- und Persönlichkeitsentwicklungsstörungen (insbesondere aus dem externalisierenden Spektrum)
  • Depressive Erkrankungen, Angst- und Zwangsstörungen
  • Psychotische Grunderkrankungen
  • Schulverweigerung in Verbindung mit psychischen Störungen
  • Traumatisierungen
  • Unklare Zustandsbilder die eine stationäre diagnostische Abklärung bedürfen
  • Autismusspektrumstörungen mit psychiatrischen Begleiterkrankungen (nur nach Vorgesprächen)

Unser Angebot ist NICHT geeignet für:

  • Primäre Suchterkrankungen
  • Schwere dissoziale Persönlichkeitsentwicklungsstörungen (Psychopathien)
  • Schwere Intelligenzminderungen
  • Schwere organische Begleiterkrankungen (z.B. terminale Krebsleiden)
  • Schwere frühkindliche autistische Störungen

Was wir im Einzelnen bieten

  • Psychotherapie: je nach Indikation Einzel-, Gruppen- und Familientherapie
  • Ergo-/Kunsttherapie
  • Physio-/Bewegungstherapie
  • Milieutherapie und Bezugspersonenarbeit
  • Erlernen und Üben alltagspraktischer Fähigkeiten (Einkaufen, Kochen, Waschen, Ordnung halten, etc.)
  • Sozialdienst-Begleitung mit Koordination & Kontakt zu externen Einrichtungen und Beratung bzgl. Schule, Beruf und etwaige Wohn- und Betreuungsfragen
  • Freizeitgestaltung mit Schwerpunkten auf Sport und Kreativität
  • Falls erforderlich, individuelle, altersgerechte und störungsspezifische Pharmakotherapie (Therapie durch Medikamente)
  • Stufengemässer Schulunterricht im Rahmen der eigenen Spitalschule

Psychotherapie

Foto: Wolfgang Sträuli

Psychotherapie wird sowohl als Einzel-, Gruppen- wie auch Familientherapie angeboten. Es werden verhaltenstherapeutische, tiefenpsychologische, systemische und integrative Therapiemethoden genutzt.

Die Einzeltherapien sind individuell sehr verschieden. In der Akutphase wird vor allem im "Hier und Jetzt" gearbeitet und die Gespräche sind vor allem stützend und stabilisierend. In der Behandlungsphase sind Einzelgespräche spezifisch auf die Störung des Patienten ausgerichtet.

In den verschiedenen Gruppentherapien bearbeiten die Jugendlichen miteinander ihre Themen. Je nach Patientenkonstellation werden auch geschlechterspezifische Gruppen, Entspannungs- oder Psychoedukationsgruppen (Information und Aufklärung über psychiatrische Krankheitsbilder) stattfinden.

Regelmässige Familiengespräche sind integraler Bestandteil der Therapie. Sie sollen helfen, die Umstände, die zur Einweisung führten, besser zu verstehen und mit der Situation besser umzugehen.

Ein Grundpfeiler der allgemeinen Behandlungsdurchführung ist eine starke Abstimmung zwischen allen Berufsdisziplinen in unsererm Kernteam.

Milieuarbeit

Milieutherapeutisches Arbeiten bedeutet, mit dem/der Jugendlichen Prinzipien der Partizipation, der offenen Kommunikation, des sozialen Lernens und des Lebens in der Gemeinschaft zu erarbeiten und einzusetzen.

Neben den Erfordernissen einer psychiatrischen Behandlungsstation sind wir bestrebt, das Stationsmilieu (Stationsumgebung) möglichst lebens- und alltagsnah zu gestalten. Die Pflegefachleute und Sozialpädagogen beraten und unterstützen die Jugendlichen in den sich ergebenden Herausforderungen rund um die Uhr. Sie stehen für die Einhaltung von Verbindlichkeit und Struktur und leiten zur aktiven Problemlösung an.

Gezielte Unterstützung in der Umsetzung individueller Ziele, Einhaltung eines strukturierten Tagesablaufs und sozialer Regeln, Teilnahme an Gruppenaktivitäten, Übernahme von "Ämtli" und gemeinsam positive Erlebnisse zu schaffen, sind integrale Bestandteile dieser Arbeit.